
Brandschutz im Detail Band 1 – Trockenbau
Planung – Ausführung – Bauleitung
Dipl.-Ing. Peter Wachs.
Feuertrutz GmbH Verlag für Brandschutzpublikationen, Köln
Sicherer vorbeugender Brandschutz im Innenausbau ist eine Notwendigkeit. Doch sind durch das Zusammenwirken vieler Gewerke und durch schwierige Baustellensituationen – besonders im Bestand – Planung und Ausführung häufig kompliziert. Vor allem bei der Schnittstelle zum Trockenbau gibt es trotz der großen Menge an Vorschriften, Richtlinien und Normen häufig Unsicherheiten.
Die Neuerscheinung „Brandschutz im Detail – Trockenbau“ von Dipl.-Ing. Peter Wachs erleichtert die Planung und Ausführung von Brandschutzmaßnahmen im Ausbau. Anhand vieler Fotos, Details und Vergleichstabellen erläutert der Autor, welche Lösungen am besten den geforderten baulichen Brandschutz erfüllen und gibt darüber hinaus detaillierte Montageanleitungen.
Das Handbuch ist in vier Hauptteile gegliedert. Nach einer kurzen Einleitung erläutert das zweite Kapitel die Grundlagen des baulichen Brandschutzes mit Trockenbausystemen. Das dritte Kapitel enthält Planungs- und Ausführungsdetails für tragende und aussteifende Konstruktionen, Deckenbekleidungen sowie Unterdecken. Darüber hinaus bietet es Informationen zur Bildung von Brandabschnitten und Rettungswegen, zur Durchführung und Abschottung von Leitungsanlagen, zum Dachgeschossausbau sowie zu hochfeuerhemmenden Bauteilen in Holzbauweise. Das letzte Kapitel widmet sich den Schnittstellen zu anderen Gewerken und deren Koordinierung. Im Anhang findet der Leser ein Quellennachweis, ein Stichwortverzeichnis sowie die ATV 18340.
„Brandschutz im Detail – Trockenbau“ wendet sich an Architekten, Ingenieure, Brandschutz-Fachplaner und -Sachverständige, Trockenbauer, Mitarbeiter von Bauaufsicht und Brandschutzdienststellen, Bauleiter, Zimmerer sowie Bauunternehmer (Verlagstext).
Inhalt:Teil A Einleitung und allgemeine Grundlagen
1 Schutzziele des baulichen Brandschutzes
2 Brandverhalten von Bauprodukten und Bauarten
3 Brandverhalten von Trockenbauprodukten
4 Planung von Trockenbausystemen für den baulichen BrandschutzTeil B Planungs- und Ausführungsdetails
1 Brandschutz der Konstruktion
2 Bildung von Brandabschnitten
3 Sicherung von Rettungswegen
4 Gebäudeversorung und Installtionen
5 Dachgeschossausbau
6 SonderthemenTeil C Schnittstellen mit anderen Gewerken
1 Voraussetzungen für die Koordination von Gewerken
2 Planungs- und Qualitätsvorgaben
3 Koordinierung und Schnittstellen
4 Überwachung der AusführungAnhang
Literatur- und Quellenverzeichnis
Stichwortverzeichnis
Beschreibung:Auf haptisch einwandfreiem Papier gedruckt. Die Zeichnungen sind überwiegend farbig angelegt.
Geleit- und Vorworte werden meist nicht gelesen. Hier sollte sich man der Mühe unterziehen. Helmut Bramann weist darauf hin, dass vielen Architekten und den meisten Ausführenden die notwendige Erfahrung und Kompetenz fehlen baulichen Brandschutz konzeptionell zu planen und die angebotenen Systeme im Innenausbau fachgerecht zu bauen.
In einem weiteren Geleitwort führt Prof. Wesche, dass der Planer bei der Koordination aller Gewerke im Hinblick auf den Brandschutz häufig überfordert ist. Selbst die Kenntnisse der Fachplaner Brandschutz sind seiner Ansicht nach im Hinblick auf die Details im Trockenbau häufig mangelhaft.So eingestimmt kann sich der Leser im Teil A den Grundlagen des Brandschutzes im Trockenbau widmen. In tabellarischer Form die Gebäudeklassen nach MBO dargestellt,
die Klassifizierung von Baustoffen dargestellt und das Brandverhalten von Trockenbauprodukten erörtert. Dabei wird nicht nur auf den Brandschutz abgestellt, es werden u. a. die Kantenformen und Verspachtelungen der Platten dargelegt.Im Teil B wird dem Interessierten eine Fülle von Details an die Hand gegeben. Die alltäglichen Ärgernisse auf der Baustelle – z. B. Einbau von Elektrodosen in Systembrandwände - wird eingehend erörtert.
Nahezu alle Zeichnungen sind mehrfarbig angelegt und eindeutig beschriftet. Es bleibt nicht bei den Belangen des Brandschutzes, es werden auch die Grundlagen des Trockenbaus behandelt. Hier seien die diversen Abhänger (Draht-, Schlitzband-, Schnellspann- und Noniusabhänger) genannt. Später werden die Rauchschutztüren behandelt. Das immer wieder auftretende Problem der Zargenmontage wird kenntnisreich erörtert. Dem unerfahren Leser sie in Kürze mitgeteilt, dass der Zeitpunkt der Zargenmontage die Auswahl der Zargenart und des zu beauftragenden Gewerkes beeinflusst. Werden Stahlzargen gemeinsam mit der Wandmontage eingebaut ist der Trockenbauer für die fachgerechte Montage verantwortlich. Die Abnahme kann erst nach dem Einbau der Türblätter erfolgen. Nachteilig ist jedoch, dass die Zargen dem Geschehen auf der Baustelle lange ausgesetzt sind.
Bei Stahlzargen können aber auch Systeme zum nachträglichen Einbau gewählt werden. Bei hochwertigen Türen ist dies durchaus von Vorteil; bei auftretenden Mängel kommt es jedoch zu Schuldzuweisungen zwischen Wandhersteller und Türeneinbauer. Im Teil 6 werden Leitungsführungen, Anordnung von Steckdosen, Führung von elektrischen Leitungen durch die Beplankung etc. dargelegt. Dies ist ein Fundus für die Praxis.Im Teil C wird tabellarisch erklärt, was im Trockenbau im Zusammenwirken mit anderen Gewerken zu beachten ist.
Bewertung:Ein Buch nach dessen Lektüre man sich erschlagen fühlt. Der Neuling wird hoffentlich angeregt sich mit der Materie intensiv zu beschäftigen, dem Profi wird bewusst werden was er bisher alle falsch gemacht hat und dem ausführenden Betrieb wird es endlich die Grundlage für sachgerechte Ausführungen sein.
In meiner langjährigen Tätigkeit musste ich oft feststellen, dass den Ausführenden grundlegende Kenntnisse nicht zu Verfügung standen. Peter Wachs rät eindringlich dazu nur in sich geschlossene Systeme zu verwenden. Aus eben diesem Grunde musste ich bereits mehrfach Mischmaterial von der Baustelle abfahren lassen. Welchem Kollegen ist es nicht wie mir ergangen, dass überraschend am Morgen neue Steckdosen in einer Brandwand auftauchten. Revisionsklappen werden von der Haustechnik am laufenden Band nachgefordert, da in der Haustechnik - insbesondere bei öffentlichen Bauten – gleitende Planung leider die Regel ist.
Insofern sollten wir den Haustechniker nicht vergessen und ihm dieses Buch wärmstens ans Herz und auf den Arbeitstisch legen.
Als Wunsch bleibt mir, dass die Nummerierung im Literatur- und Quellenverzeichnis durchlaufend sein möge. Im Augenblick beginnt die Zählung in jedem Kapitel neu - da vertut man sich als Leser ganz schnell.
Wenn man sich durch das Werk gekämpft hat, reift die Erkenntnis, dass der Planer nicht alle Facetten des Trockenbau nebst Brandschutz kennen und beherrschen kann. Eine Spezialisierung innerhalb des Planungsbüros scheint mir zwingend notwendig.
Absolut praxistauglich; wenn auch teuer ist dieses Werk jeden Cent wert; Standardwerk.
Berlin im November 2009