
Sanierungspraxis Putz
Von der Diagnose bis zur Ausführung in der Altbausanierung und Denkmalpflege
Dr. Helmut Kollmann, Dipl.-Min.
C. Maurer Druck und Verlag, Geislingen
Sinnvoll und praxisgerecht mit Putzen sanieren
Um Sanierungsarbeiten planen zu können, ist eine Beurteilung der vorhandenen Bausubstanz und ihrer Verträglichkeit mit den zu ergänzenden Baumaterialien unbedingt notwendig. Bei einer Bauschadensanalyse spielt das Begutachten von Putzen und Mauerwerk für die geplanten Arbeiten eine bedeutende Rolle. Im vorliegenden Buch werden daher typische Schadensbilder und Untersuchungsmethoden von der ersten Orientierung bis zur Sanierung behandelt. Fakten über Putze, ihre Zusammensetzung, ihre Eigenschaften und ihre Möglichkeiten vervollständigen das Ganze. Berücksichtigt sind die aktuellen Normen und Richtlinien. Zahlreiche Tabellen und Checklisten erhöhen den Nutzwert.
Das Buch gibt Orientierungshilfen bei der Suche nach realisierbaren Konzepten und bietet praxisnahe Informationen für Auftraggeber, Sachverständige, Planer, Materialhersteller sowie Fachunternehmer wie Stuckateure, Restauratoren, Maler und Bautenschützer.
Private Bauherren, Bauträger, Immobilienverwalter, aber auch Denkmalpfleger, Denkmalschützer und Behörden erhalten mit dem Buch eine Argumentationshilfe, wenn es um die Frage geht, ob eine bestimmte Sanierungsmaßnahme notwendig, sinnvoll oder eher schädlich ist.
Sachverständigen und Bauphysikern wird gezeigt, welche Untersuchungen nötig und möglich sind und wie sie durchgeführt werden beziehungsweise wer sie durchführt. Auf der Grundlage der Ergebnisse erfolgt die Planung durch Architekten oder Bauingenieure. Ihnen werden Hinweise auf Regelwerke und Veröffentlichungen an die Hand gegeben (Verlagstext).
Inhalt:1 Einführung
2 Bauerkssanierung
3 Planung und Diagnose
4 Putzgrund
5 Putze
6 Putzsysteme
7 Anstriche
8 Ausführung
9 Anhang
9 Verzeichnisse
Beschreibung:Angenehmes Format, schönes glattes Papier. Viele Fotos sind farbig gehalten, der Text im Blocksatz gesetzt und auf jeder Seite die Kapitelnummer vermerkt.
In der Einführung werden Begriffe definiert bzw. festgelegt. In Kapitel 2 werden Wasserdampfdurchlässigkeit, Wasseraufnahme etc. behandelt. Das dritte Kapitel ist dem Grundsätzlichen gewidmet. Hier werden Untergürnde, Risse, Salze sowie Verfahren, Untersuchungsmethoden etc. gründlich behandelt. Hier ist z. B. der Hinweis versteckt, dass "eine umfassende Feuchtigkeitsuntersuchung kann nur an Proben im Labor durchgeführt werden. Messgeräte, die aufgrund der elektrischen Leitfähigkeit den Wassergehalt messen, sind für die Altbauuntergünde, die nicht genau definiert und immer salzbelastet sind ungeeignet. Durch den Salzgehalt ändert sich die Leitfähigkeit des Wassers, so dass keine korrekten Ergebnisse erzielt werden können".
Im 4. Kapitel geht es um die Putzgründe. Es werden diese sowie Abdichtungen, Putzträger und Altputze behandelt. Hier kann der Leser lernen, was Falzbaupappen sind.
In diesem Kapitel sind Tabellen zu finden – z. B. Seite 119 – welche kaum lesbar sind. Diese sind in der nächsten Auflage mit geringem Aufwand größer darzustellen. Es wird darauf hingewiesen, dass die DIN 18195 nicht für nachträgliche Abdichtungen in der Bauwerkserhaltung oder der Denkmalpflege gilt.
Großer Raum wird den Opferputzen eingeräumt. Anschließend werden Sanierputzsysteme, diverse Putze und Risssanierungen behandelt.
Die Sanierputze bestehen in der Regel aus den Komponenten Spritzbewurf, Grundputz, Sanierputz und Deckschicht. Die Funktionen der einzelnen Schichten wird detailliert dargelegt. Interessanterweise wird dargelegt, dass die von der Denkmalpflege manches mal geforderten Kalksanierputze oder Trass-Sanierputze nicht zur Anwendung kommen können, da die Verwendung von latent-hydraulischen Bindemitteln eine langsame Abbindung erfordern, was für Sanierputze schädlich ist.
Im folgenden Kapitel werden die Vor- und Nachteile der einzelnen Putze detailliert dargelegt. Insbesondere interessieren den Bauschaffenden hier die Ausführungen zu Sanierputzen. Auf feuchtem und salzgeschädigtem Untergrund darf nur mit Sanierputzen gearbeitet werden. „Sanierputze sind Putze mit hoher Porosität und Wasserdampfdurchlässigkeit (Definition im WTA-Merkblatt 2-9-04/D9: In diesr Definition sind bereits die drei Haupteigenschaften der Sanierputze genannt:
- Geringe kapillare Leitfähigkeit
- Gute Wasserdampfdurchlässigkeit
- Hohe Porenvolumen.“
Auch die erforderlichen und dem Putz angepassten Beschichtungen werden erörtert. In Kapitel 7 werden die Anstriche behandelt. Der Übersicht dienen Tabellen, welche die Eignung von Farbanstrichen und Hydrophobierungsmitteln für Putzsysteme darstellen.
Zum Abschluss wird in Kapitel 8 die Ausführung einschließlich der möglichen Fehler behandelt. Im Anhang stehen dann Checklisten zur Begehung bereit.
Bewertung:Prima Buch von einem Praktiker für Praktiker welches über das betreffende Thema profund informiert. Der einzige Kritikpunkt ist der, dass einige Tabellen derart klein gedruckt sind, dass eine Lupe zu Hilfe genommen werden muss. Kann mit wenig Aufwand deutlich verbessert werden.
Sehr empfehlenswert. Da preislich zurückhaltend kalkuliert, ist es auch für interessierte Studenten erschwinglich.
Berlin im März 2010