
Schadenfrei Bauen
Erkennen und Vermeiden von Planungs- und Ausführungsfehlern durch Qualitätssicherung
Diverse
Institut für Bauforschung e.V.
VERLAGSGESELLSCHAFT RUDOLF MÜLLER GmbH & Co. KG
Planungs- und baubegleitende Qualitätsprüfungen sind ein wirksames und im Verhältnis kostengünstiges Instrument, um ein qualitätsvolles Bauergebnis zu erhalten. Kern der baubegleitenden Qualitätsprüfung ist die Überwachung der Arbeitszwischenstände während der laufenden Bauausführung, um Planung- und Ausführungsmängel zu vermeiden – im Gegensatz zur Abnahme von Bauleistungen, bei der die abgeschlossene Leistung kontrolliert wird, um Mängel festzustellen und zu beheben.
Die Neuerscheinung „Schadenfrei Bauen“ unterstützt alle am Bau Beteiligten bei der Eigen- und Fremdüberwachung von Bauleistungen. Das Buch erklärt kurz den Ablauf planungs- und baubegleitender Qualitätsprüfungen und zeigt neben den technischen und normativen Anforderungen typische, während der Ausführungsplanung und Bauausführung auftretende Schwachstellen und Fehler im Bereich der Bau- und Anlagentechnik. Zahlreiche Abbildungen erleichtern das Erkennen und Vermeiden von Planungs- und Ausführungsfehlern. Umfangreiche, von Baupraktikern entwickelte und nach Bauteilen sowie Bauelementen gegliederte Arbeitshilfen ermöglichen die konsequente Qualitätsprüfung und zeigen, auf welche Details bei Baubegehungen während der Bauphase besonders zu achten ist, um Fehler aufzuspüren und Mängel bzw. Schäden zu vermeiden.
Käufer dieses Buches können die Checklisten für die baubegleitende Qualitätsprüfung als PDF-Dokumente unter www.hochbau-praxis.de kostenlos herunterladen (Verlagstext).
Inhalt:1 Einleitung
2 Rechtlicher Rahmen zur Bauqualitätsicherung
3 Grundlagen der und Anforderungen an die Bauqualitätssicherung
4 Planungsvorbereitende und planungsbegeleitende Qualitätsprüfung
5 Baubegleitende Qualitätsprüfung
6 Anlagentechnik
7 Optische Beeinträchtigungen
8 Bauprüfzeichen und Untersuchungsverfahren
9 Informationsmöglichkeiten
10 Literaturverzeichnis
11 Stichwortverzeichnis
Beschreibung:Wieder ein Buch aus der praktischen „Blauen Reihe“. Haptisch einwandfrei wie immer. Die Fotos sind meist schwarz-weiß gehalten; nur im hinteren Teil des Buches sind farbige Abbildungen vorhanden.
Die vielen Tabellen sind schwarz-weiß-grau. Die in dem jeweiligen Kapitel aufgeführten exemplarischen Mängel sind an Hand eines Fotos, dazugehörigen Erläuterungen und einem grauen Seitenstreifen dargestellt. Die ab Seite 50 abgedruckten Arbeitshilfen (Tabellen) stehen dem Leser des Buches im Internet zum Download bereit.
Nach der Einleitung geht es mit dem rechtlichen Rahmen zur Bauqualitätssicherung los. Dort werden der Werkvertrag nach BGB, die Grundzüge der VOB, die anerkannten Regeln der Technik etc. erläutert. Am Ende des Kapitels wird darauf verwiesen, dass baubegleitende Qualitätssicherung als Werkvertragsrecht zu betrachten ist.
Bei den Ausführungen zur VOB fehlt der Hinweis, dass diese nicht nur öffentlichen Auftraggebern vorbehalten ist, sondern selbstverständlich auch bei privaten und institutionellen Bauherren nach Vereinbarung zur Grundlage des Bauens gemacht werden kann.
Im dritten Kapitel wird der magische Dreiklang zwischen Qualität, Kosten und Zeit erörtert während es im vierten Kapitel um die Planungsvorbereitung geht. Hier wird gesagt, dass der Qualitätsprüfer das Abdichtungskonzept stichpunktartig zu prüfen hat. Hier bin ich der Ansicht, dass bei einem so schadensträchtigem Detail eine intensive Prüfung erfolgen muss.
Im fünften Kapitel geht es um die Hauptsache, um die baubegleitende Qualitätsprüfung. Alle Bauteile werden von unten (Keller) nach oben (Dach) behandelt. In den jeweiligen Kapiteln werden die grundsätzlichen Planungsgrundsätze erläutert. Es folgen Auflisten zu den zu beachtenden Umständen (Baustoffe und Ausführungsschritte). Als nächstes sind die Normen, Merkblätter und Richtlinien aufgeführt. Abschließend wird jeweils ein exemplarischer Mangel fotografisch und textlich dargestellt. Auch die Grundlage der Beanstandungen wird erläutert.
In Kapitel 6 wird die Anlagentechnik behandelt und in Kapitel 7 die optischen Beeinträchtigungen.
Zum Abschluß sind die Informationsmöglichkeiten nebst Internetseiten und sehr kleines Literaturverzeichnis vorhanden.Jedoch kann viel Sachkunde Fehler nicht gänzlich vermeiden. Auf Seite 266 ist eine mangelhafte, nicht vollflächig verlegte Dachdämmung erfasst. So weit so gut.
Es ist die immer wieder anzutreffende Ausführung zu erkennen, dass die Folien einfach mittels Klebeband verklebt sind. Diese Variannte wird auch in den Herstellerinformationen dargestellt. Die Klebung lässt in der Wirkung bald nach, die Folien rutschen auseinander und es kann Feuchtigkeit aus dem Raum in die Dämmung gelangen.
DIN 4108 schlägt zwei weitere Varianten vor. Besser wird verklebt indem zwischen den Folien ein beidseitiges Klebeband positioniert und die obere Folie umgeschlagen wird. Die dritte und sicher die beste Variante ist, dass die Klebestellen schließlich zusätzlich mittels Presslatten fixiert werden.
Bewertung:Ein praktisches Buch. Die Tabellen gestatten es dem Leser sich den möglichen Problemen eines Bauteiles zu nähern, diese zu erkennen und zu vermeiden. Die Fotos erklären und vertiefen die Möglichkeiten zur Vermeidung von Mängeln bzw. Schäden.
Berlin im November 2009