
Sanieren im Dach- und Holzbau
Grundlagen – Anforderungen – Beispiele
Stefan Ibold.
Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG + Bruderverlag Albert Bruder GmbH & Co. KG
Das Bauen im Bestand erfordert viel Erfahrung seitens der Handwerker, die sehr oft sowohl die Planung als auch die Ausführung verantworten. Hier stoßen sie insbesondere dann an ihre Grenzen, wenn es an die Schnittpunkte verschiedener Gewerke geht.
„Sanieren im Dach- und Holzbau“, herausgegeben von Stefan Ibold, erläutert praxisnah die wichtigsten Sanierungsaufgaben für Dachdecker und Zimmerer. Die Neuerscheinung zeigt Schritt für Schritt, wie diese häufige und komplexe Sanierungen im Bestand fachgerecht ausführen und sich gleichzeitig mit anderen Gewerken effizient abstimmen. Dabei bietet das Fachbuch zahlreiche Handlungstipps und Arbeitshilfen zu fachtechnischen, baurechtlichen und normativen Vorgaben.
Die Autoren des Werkes sind seit Jahren als Handwerker, Planer und Gutachter in der Baupraxis tätig. Unter Berücksichtigung technischer Anforderungen und gesetzlicher Rahmenbedingungen erläutern sie die häufigsten Stolpersteine beim Bauen im Bestand. Zahlreiche Abbildungen und Tabellen veranschaulichen die praktische Umsetzung (Verlagstext).
Inhalt:1 Allgemeines
2 Sanierungsaufgaben
Tabellen zu den baurechtlichen Anforderungen der Landesbauordnungen
Quellen und Literaturnachweis
Bildnachweis
Stichwortverzeichnis
Beschreibung:Knappes, handliches Buch. Zweizeilig geschrieben, die Fotos sind alle farbig. Merksätze bzw. Tipps sind mit einem grauen Streifen markiert.
Die Kapitel hat jeweils ein Autor geschrieben, als da wären Richter, Malermeister, Sachverständige und Tischlermeister.
Eingangs wird das Baurecht durch den Architekten Gramlich dargelegt. Dankenwerterweise wird der Schallschutz nicht vergessen. Es folgen die Bedeutung der EnEv 2009 durch den Richter i. R. Liebheit. Hier wird auch auf die Probleme der Nichtbeachtung der Vorschriften der EnEv verwiesen.
Nach den Holzschädlingen werden die Schadstoffe in Gebäuden behandelt. Interessanterweise werden hier ausführlich Gerüste und Absturzsicherunge von den Sachverständigen Liebler behandelt. Ein Thema welches von Bauherren in Unkenntnis und von den Architekten aus Nachlässigkeit oft nicht ausreichend beachtet wird.
Als Nächstes werden die mögliche Probleme bei der Dachdeckung, den Dachrinnen und den Dachabdichtungen dargelegt.
Es folgen Holzfassade und Beschichtungen innen und außen. Aus beiden Kapiteln kann auch der langjährige Praktiker noch etwas lernen. Es folgen die schadensträchtigen Balkone, Terrassen und Loggien. Der korrekte Aufbau wir in einem farbigen Bild dargestellt. Der korrekte Bau von Carports, Pergolen und Lauben darf nicht fehlen. Etwas größeren Raum nehmen berechtigterweise die Kapitel nachträglicher Dachausbau, Dämmen der oberen Geschoßdecke und Dämmen von Dachschrägen ein. Hier kommt es immer wieder zu Fehlern. Dankenswerterweise hat der Tischlermeister und Sachverständige Klaus-Hermann Ries ein Kapitel Türen und Fenstern gewidmet. Auf das Prinzip "innen dichter als außen" wird nachdrücklich hingewiesen. Erwähnt werden sollen hier noch die Kapitel über Dachflächenfenster, Bodentreppen, Sanierung von Holztreppen, Fertigteilestriche und Bodenbeläge aus Holz sanieren und verlegen.
Bewertung:Übersichtlich, knapp jedoch praktisch und nicht überladen. Jedes Kapitel bietet erschöpfende Informationen und lässt auch den langjährigen Praktiker noch etwas lernen.
Für die Zielgruppe der Planer, Handwerker und Bauherren welche sich einen Überblick über die bei der Sanierung anstehenden Aufgaben und Probleme verschaffen wollen, genau das Richtige.
Praxistauglich!
Berlin im Juni 2010