
Schallschutz in Gebäuden
Praxis-Handbuch für den Innenausbau
Guido Dietze
VERLAGSGESELLSCHAFT RUDOLF MÜLLER GmbH & Co. KG
Die Neuerscheinung „Schallschutz in Gebäuden“ von Guido Dietze liefert das praktische Fachwissen zum schallschutztechnischen Ausbau von Räumen – sowohl in Neubauten als auch in Bestandsbauten.
Das Praxis-Handbuch erläutert leicht verständlich die Grundlagen des Schallschutzes und Berechnungsmethoden für akustisch wirksame Konstruktionen. Es zeigt Verfahren auf, die zu erheblichen Verbesserungen der Raumakustik und zur Reduzierung der Schallübertragung führen. Dabei erklärt es auch die wesentlichen Details und qualitativen Auswirkungen der Gesamtkonstruktion auf die Akustik des Bauwerks. Zahlreiche Fotos und technische Zeichnungen erleichtern den Einstieg in das komplexe Thema Schallschutz.
Das Praxis-Handbuch versetzt Ausbauunternehmer, Ausbauhandwerker und Trockenbauer in die Lage, den Bauherrn eigenständig und umfangreich zu beraten – was besonders bei kleineren Neubauvorhaben oder bei Renovierungsarbeiten im Bestand von Vorteil ist. Darüber hinaus wendet sich das Werk an Dachdecker, Zimmerer, Architekten, Ingenieure und Bauleiter.
Inhalt:Vorwort
1 Akustische und bauphysikalische Probleme
2 Bauakustische Planung und Anforderungen an den Schallschutz in Gebäuden
3 Baukonstruktionen im Innenausbau
4 Akustisch wirksame Ausbaukonstruktionen
5 Anhang
6 Literaturverzeichnis
7 Normen und Richtlinien
Stichwortverzeichnis
Beschreibung:Optisch und haptisch ansprechendes Buch mit vorwiegend Schwarz-Weiß Darstellungen. Einige der Fotos und graphischen Darstellungen sind zudem farbig gehalten.
Die ersten 61 Seiten behandeln die Grundlagen; hier muss man sich durchbeißen. Es lohnt sich, da hier Gelerntes und wieder Vergessenes ausführlich dargelegt wird. Ab Seite 63 wird es praktischer. Der Autor bemerkt zutreffen, dass neben einer hinreichenden Planung die Handwerker ausreichende Sachkenntnisse und Kenntnisse der Ausführungsdetails der Hersteller einbringen müssen. Nach meiner Erfahrung fehlt es häufig daran.
Auf Seite 70 wird im Hinblick auf die Rechtsprechung des BGH der Vorschlag gemacht für alle Bauteile bzw. Bauteilgruppen die Schalldämmungen eindeutig zu fixieren und vertraglich festzuhalten. Dies scheint mir nur bei Großbauten und Investoren praktikabel. Ein normaler Hausbauer wird hier überfordert sein. Besser wird es sein die gewünschten Werte in die Ausführungsplanung aufzunehmen (LP 5) oder es wird generell DIN 4109 Beiblatt 2 bzw. VDI 4100 SSt II oder gar SSt III vereinbart.
Im Weiteren werden Konstruktionsdetails dargestellt, wie z. B. das Verbundplatte nur punktweise mit Ansetzbindern an der Massivwand angesetzt werden dürfen. Ein vollflächiger Ansatz verschlechtert den Schallschutz deutlich. Beim Ausbau mit Gips-Wandbauplatten wird darauf verwiesen, dass das immer wieder zu beobachtende Überspachteln oder Überputzen der elastischen Randstreifen das Stoßstellendämm-Maß deutlich reduziert. Nicht vergessen werden die vielfältig zu beobachtenden Ausführungsfehler. Trotz sorgfältig gegliederter Montageanweisungen der Hersteller kommt es immer wieder zu Ausführungsfehlern. Hier bestätigt mir der Autor meine langjährige Erfahrung, das Handwerker glauben, dass Öffnungen, welche vom Raum nicht sichtbar sind, auch nicht zur Schallübertragung beitragen können. Auch die - bei größeren Bauvorhaben - nicht ordentlich erfolgte Planung der Fachingenieure wird bemängelt. Auch ich habe bei solchen Bauvorhaben feststellen müssen, das Öffnungen viel zu groß und oft zu zahlreich hergestellt bzw. geplant werden. Sicher hat hier auch der Bauherr - insbesondere bei öffentlichen Bauten - ein gerütteltes Maß an Mitschuld, da oft mit dem Bau begonnen wird obwohl die haustechnische Planung noch nicht zum Abschluss gekommen ist.
Eines meiner Lieblingsthemen - der Türeinbau - wird dankenswerterweise von Herrn Dietze ausführlich behandelt. Die Trockenbauwände werden vom Trockenbauer gestellt und da es schnell gehen muss werden die Zargen gleich mit eingebaut; einteilige sind preiswerter - also rein damit. Die Türe kommen, da diese etwas hochwertiger sein sollen, vom Tischler. Damit beginnen oft die Probleme. Nachzulesen auf den Seiten 131 ff.
Bewertung:Mit diesem Buch wird jedem Praktiker und Planer vor Augen geführt was er alles falsch machen kann und auch schon gemacht hat. Also unbedingt lesen und daraus lernen!
Absolut empfehlenswert. Anfangs muss man sich wie oben beschrieben erst einmal durchbeißen. Jedoch es lohnt sich.
Es würde die Lesbarkeit steigern, wenn in der nächsten Auflage der Blocksatz verwendet werden würde.
Berlin im Juni 2009